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Was bedeutet IRAP und PRP?

Wie funktioniert die Orthokin/ IRAP-Therapie?

Dem Patienten werden bei der IRAP-Therapie mit einer Spezialspritze 50 ml Blut aus der Vena jugularis (Halsvene) unter aseptischen Bedingungen entnommen. In einem speziellen Verfahren wird die

Konzentration von eigenem Interleukin Rezeptor Antagonist IL-1RA und verschiedenen Wachstumsfaktoren erhöht. Dieser Prozess findet innerhalb von 24 h in einem Wärmeschrank statt. Das anschließend  gewonnene Serum wird mit Hilfe steriler Filter gereinigt und portionsweise in einzelnen Spritzen aufgezogen. 

Die zu injizierende Serummenge richtet sich nach der Gelenkgröße und den vorhandenen Knorpelschäden. Das Serum wird unter aseptischen Bedingungen in das zu therapierende Gelenk injiziert. Eingefroren können die restlichen Proben bis zu sieben Monate gelagert werden, so dass Wiederholungen der Injektionen problemlos möglich sind.

Für welche Gelenksprobleme kann die Therapie verwendet werden?

Grundsätzlich kann die Orthokin bzw. IRAP-Therapie bei jeder Art und in jeder Phase einer Gelenksentzündung verwendet werden. Die bisher genutzten Medikamente werden nach wie vor in einem akuten Zustand einer Gelenksentzündung angewendet. Aufwand und Kosten der IRAP°- Therapie rechtfertigen ihren Einsatz insbesondere bei Versagen der initial konservativen Therapie. Das heißt:

Wenn das erkrankte Gelenk mit „regulären“ Medikamenten ohne Erfolg vorbehandelt wurde, oder sich die Entzündung verschlimmert, kann man auf diese neue Therapie zurückgreifen.

Was bedeutet PRP?

Sehnenbehandlung mit PRP (platelet rich plasma) = autologes, thrombozytenangereichertes Plasma

Auch der Sehnenapparat wird durch Verletzungen und durch Überbelastungen geschädigt. Die dabei auftretenden Lahmheiten bedürfen oft einer langwierigen Behandlung mit wochen- bis monatelanger Ruhephase. Sehnenverletzungen sind häufig durch Faserzerstörungen (-zerreißungen) gekennzeichnet, die vom Körper normalerweise durch weniger belastbare Bindegewebsfasern repariert werden.

Hintergrund des PRP- Wirkungsprinzips ist die Freisetzung verschiedener Wachstumsfaktoren aus Blutplättchen (= Thrombozyten, platelets). Thrombozytenkonzentrate haben sich als wirksam in der Behandlung von verletzungsbedingten Sehnenerkrankungen erwiesen.

Das Ausmaß und die Lokalisation der Sehnenerkrankung stellt der Tierarzt mittels einer Ultraschalluntersuchung fest.

Ähnlich wie bei der IRAP-Therapie wird dem erkrankten Pferd unter aseptischen Bedingungen Blut entnommen. Die Blutprobe wird speziell aufbereitet. Dabei werden die Thrombozyten im Serum angereichert und anschließend konzentriert gewonnen. Dieses vorbereitete Plasma wird dann unter Ultraschallkontrolle gezielt in den Defekt der Sehne injiziert.

Die zeitnahe Wirkung ist schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend. Entscheidene Wirkungen sind sowohl eine Verbesserung der Qualität des neuen Fasergewebes als auch eine Verkürzung der Rekonvalesezenzzeit. Mehrere Injektionen in den betroffenen Bereich können sinnvoll sein.

Der Vorteil liegt auch bei dieser Therapie in der Behandlung mit körpereigenen Wirkstoffen.